 |
|
|
 |
|
|
 |
|
|
|
Meiningen ist Jahrhunderte lang die
„Pforte Frankens“ gewesen, dann wurde sie die „Pforte nach Franken, nachdem sie durch den Erbvertrag an die Wettiner gekommen war. Als villa regia, fränkischer Königshof, hat sie
begonnen, unter bischöflichwürzburgischer Herrschaft erlangte sie Stadtrecht, danach wurde Meiningen zur Grafschaft Henneberg, wurde wettinisch, dann Residenz des Herzogtums
Sachsen-Meiningen und schließlich zur Kreisstadt. Dies waren nur einige Wendepunkte einer wechselvollen Geschichte, die der Stadt nicht nur Aufstieg, sondern auch manchen Abstieg
brachte, die sie dennoch zu einer Stätte geistigen und künstlerischen Lebens werden ließ.
|
|
 |
|
|
|
Die Stadtkirche ist das älteste Gebäude Meiningens, wenn auch nur wenig von ihrem ursprünglichen
Aussehen geblieben ist. Bei Ihrem Umbau zwischen 1884 und 1889 wurden in den Fundamenten Reste aus romanischer Zeit entdeckt, die erkennen ließen,dass ihr Ursprung bis in das 10.
Jahrhundert reicht und sie nicht – und sie nicht wie lange Zeit angenommen wurde – auf
Kaiser Heinrich II. und einen Ritter Rosenkranz als Erbauer zurückgeht. Noch aus romanischer Zeit aber später errichtet,
stammen die beiden Türme. Die achteckigen Aufbauten kamen 1594 hinzu, als auch der runde Treppenturm erbaut wurde, wovon auf einer
Inschrifttafel mit dem Wappen Meiningens die Hausmarken des Baumeisters und des Steinmetzen zeugen.Mitte des 15. Jahrhunderts war die Bauzeit des gotischen Chores an der Ostseite
der Kirche, als sich Würzburg und Henneberg in die Hoheitsrechte der Stadt teilten. Bis heute sind die Wappen, der Grafschaft
Henneberg und des Bischofs Gottfried Schenck von Limpurg, der von 1443 bis 1455 das Bistum
regierte, an den Schlusssteinen des Sterngewölbes erhalten. Ebenfalls aus jener Epoche stammt
die Steinfigur der Maria mit dem Kinde, die früher an der Südwestseite der Kirche angebracht war, ist heute im Inneren aufgestellt.
|
|
 |
|
|
|
1509 bis 1511 errichtete Bischof Lorenz von Bibra den ältesten Teil des Schlosses auf den alten Fundamenten der alten Burg. Ende des 17. Jahrhunderts
wurde er als Nordflügel in die Anlage der Elisabethenburg einbezogen, die Herzog Bernhard erbauen ließ, wobei der Grundriss als eine Huldigung für seine zweite Gemahlin Elisabeth
Eleonore die Form eines E erhielt. Durch einen Umbau im Jahre 1861 wurde das alte Schloss abermals äußerlich und innerlich durch ein zweites Obergeschoss und neugotische
Erker verändert. Der Mittelbau mit Treppenturm und der Südflügel sind eindrucksvoll schlicht gehalten und wirken zusammen mit dem Bibrasbau durch Ihre monomentale Größe und harmonische Gestaltung, in die der
schöne Innenhof einbezogen ist, der durch einen Rundbau, Nord- und Südflügel zur Stadt hin verbindend, abgeschlossen wird. Die
Schlosskirche, der darüber liegende Riesensaal im Südflügel und der Treppenturm im Mittelbau sind im Barockstil gestaltet, die
Wohn- und Repräsentationsräume im Mittelteil sind später im Rokokostil, im Stile Ludwigs XVI. und im klassizistischen Stil
ausgeführt wurden. Im Laufe der Zeit erhielt der Rundbau ein drittes Geschoss, statt der Zugbrücke wurde zum Park hin eine Freitreppe
errichtet und zum Anfang des 20. Jahrhunderts der Marmorsaal durch Hofbaurat Behlert neu
gestaltet. Auf lange Tradition gehen auch die Meininger Museen zurück. Trotz mancher Verluste
sind in den Kunstsammlungen noch viele Schätze eines reichen Kulturerbes zu finden: Gemälde
verschiedener Epochen, wertvolle Möbel, Porzellane und Münzen, daneben umfangreiche natur-
und frühgeschichtliche Sammlungen, ein Theatermuseum, das die Epoche der „Meininger“ zeigt und das Max-Reger-Archiv, dessen Verlagerung nach Meiningen und dessen Ausbau den
Bemühungen von Musik-direktor Ottomar Güntzel zu danken ist..
|
|
 |
|
|
|
1829 bis 1831 erbaute Herzog Bernhard in seiner Regierungszeit das alte Hoftheater. Nachdem die Aufführungen zuvor im Schloss, später in der Reitbahn
und danach im sächsischen Hof stattgefunden hatten. Das Theater im römischen Stil, mit sechs jonischen Pilastern an der Vorderfront geschmückt, erlebte die Hochblüte der „Meininger“ unter Herzog Georg II., der sich
schon als Prinz, vor allem aber nach dem Rücktritt seines Vaters der Schauspielkunst widmete. Das schöne Gebäude, das den
Anforderungen neuzeitlicher Feuersicherheit aber nicht entsprach, wurde im März 1908 durch einen Brand zerstört. Die Inschrift, die
Georg II. am Giebel des neuen Theaters anbringen ließ, lautet DEM VOLKE ZUR FREUDE UND ERHEBUNG. Es wurde nach den Plänen des Hofbaurates Behlert erbaut und konnte bereits im
Dezember 1909 eröffnet werden. Dieses prächtige Bauwerk hat der Bernhardstraße eine besondere Note verliehen, mit seinem Inneren
mit der weitläufigen Eintrittshalle, dem schönen Foyer und dem architektonisch wohlgelungenen,
großzügigem Zuschauerraum. Es fügte sich harmonisch in das Straßenbild ein und wurde und blieb ein Wahrzeichen der Stadt, auf das alle Meininger mit Recht stolz sind.
|
|
|
|
|